Die kleinen Wölfe

Kinder und Bäume haben viel gemeinsam,
sie brauchen Licht, Luft, Raum
und ein Umfeld, das liebevoll für sie sorgt

(Marcel Proust)

Kinder wachsen heute mehr denn je in einer sich rasch verändernden Lebenswelt auf. Bewegungsräume, in denen Kinder selbständig und eigenaktiv handeln können, in denen sie spielen und sich selbst spüren können, beschränken sich zum größten Teil auf das elterliche Wohnumfeld.  Für freies Spiel, verbunden mit eigenen Entdeckungen und Erfahrungen, gibt es wenig Raum. Natürliche Kreisläufe und Rhythmen sind für uns kaum noch wahrnehmbar und oft stehen sich Mensch und Natur gegenüber. Dabei vergessen wir, dass wir
ein Teil von ihr sind.

Daraus ergibt sich für uns die Zielsetzung, dem einzelnen Kind für seine individuelle Entwicklung Raum zu schaffen. Als besonders geeigneter Raum erscheint uns hier der Wald. Er bietet vielfältigste Möglichkeiten:

Die Kinder erleben nicht nur die Natur und die Jahreszeiten mit allen Sinnen, sie erproben sich je nach Fähigkeiten jeden Tag aufs Neue. In einer kleinen Gruppe üben die Kinder das soziale Miteinander, entwickeln eigene Spielideen und gestalten so den Tagesablauf aktiv mit. Dadurch erlangen sie ein hohes Maß an Selbstvertrauen in das eigene Tun und Fühlen. Wir möchten die Kinder sensibel machen für einen bewussten und wertschätzenden Umgang mit sich und ihrer Umwelt. Sie sollen erfahren, wie durch eigene Hand Dinge entstehen. Sie sollen erfahren, mit unseren lebenswichtigen Ressourcen wie z.B. dem Wasser umzugehen und herausfinden, wie wenig man davon braucht. Sie sollen die Welt mit allen Sinnen wahrnehmen, den Nebel auf der Haut fühlen, sich der wärmenden Sonne zuwenden, in Regenpfützen springen.

Klare Regeln und Grenzen und die ausgeprägte Aufmerksamkeit der ErzieherInnen in der Arbeit mit den Kindern geben diesem Freiraum einen geschützten Rahmen. Dieser gibt den Kindern die nötige Sicherheit, um eigenaktiv handeln zu können und ein Miteinander in der Gruppe zu ermöglichen.

Befürchtungen, der Übergang vom wilden Waldleben in den zivilisierten Schulalltag könnte Waldkindern schwerfallen, haben sich nicht bestätigt. Eine Befragung von Grundschullehrern ergab, dass gerade diese Kinder weniger Probleme mit Ruhigsitzen und Konzentration haben. Der Studie zufolge sind Kinder, die einen Waldkindergarten besucht haben, auf schulische Anforderung besser vorbereitet als Kinder, welche einen Regelkindergarten besucht haben. Alle pädagogischen Ziele eines Regelkindergartens sind auch in einem Waldkindergarten erreichbar, aber „darüber hinaus noch viel viel mehr!“ Bei diesem „mehr“ geht es nicht nur um einen anderen Umgang mit Natur. Vielmehr werden besonders die Konzentrationsfähigkeit und das „Zuhören können“ entwickelt, sowie das Sozialverhalten positiv beeinflusst.

Die Konzeption für unseren Waldkindergarten sehen wir als Prozess, der zum jetzigen Zeitpunkt die Voraussetzungen für einen gelungenen Start vorgibt. Zusammen mit den ErzieherInnen und den Eltern werden wir unsere Konzeption weiter konkretisieren und mit Leben füllen.

Wenn Sie vorab Fragen haben, rufen Sie uns gerne an!

Die vollständige Version finden Sie hier als PDF:

Konzept_Waldkindergarten_Bünde_V9.1